Ich bin krank. Grippalen Infekt. Aber anstatt, dass es besser wird, wird es nur noch schlimmer. Mein Hals tut mir so doll weh. Das geht gar nicht. Und dann kommt noch das mentale dazu. Ich kann einfach nicht mehr. Die Menschen, die ich kenne, denen sage ich schon gar nicht mehr, wie mein wirkliches Befinden ist. Es interessiert keinen mehr. Und helfen kann mir sowieso keiner mehr. Ich will sterben. Bei jeder Kleinigkeit. Ich bin zu schwach um auf dieser Welt zu überleben. Ich will aufgeben. Ich habe langsam kaum noch die Kraft zum Kämpfen. Ich weiß, ich habe einen Freund, der mich auch glücklich macht. Aber was bringt mir das, wenn er der einzige Halt ist, wenn er der einzige ist, der sich wirklich für mich interessiert? Ich habe es satt jeden Tag dieses falsche Lächeln aufzusetzen und einen auf "Alles ist gut!" zu machen. Versteht ihr? Ich bin zu schwach. Jemand hat vor knapp einem Jahr mein Herz in tausend Stücke zerrissen und auf den Haufen Müll noch Säure geschüttet. Wie soll dieses Herz heilen?
Bin ich egoistisch? Wenn ich sage, dass ich sterben will? Wenn ich sage, dass ich nicht mehr kann? Alle, denen ich Teile von meiner Geschichte erzählt habe, haben mich sitzen lassen. Alle. Außer ER. Er versucht wirklich alles, damit ich wieder Lebensfreude spüre, aber leider ist das nicht genug. Ich habe immer noch dieses Verlangen. Dieses niemals gestillte Verlangen nach Blut. Nach den Klingen. Nach Schnitten. Ich bin kaputt. Meine Eltern wissen es nicht. Sie wissen nicht, wie es in ihrer Tochter aussieht.
Ich fühle mich hilflos. So als könnte ich nicht schwimmen und gehe so in das Meer und ertrinke dort. Ich ertrinke in meinem Leben. Ich habe keine Luft mehr zu atmen. Ich fühle mich wertlos. So als sei ich ein Stück einen verbrauchten Zettels, der zerrissen wurde um weggeschmissen zu werden. Ich fühle mich nutzlos. So wie ein Eimer Wasser am Strand. Ich fühle mich einfach nur noch mies. Und niemand hört mir zu. Mit meinen Gedanken verletzte ich ihn nur noch. Ich will ihm nicht zur Last fallen. Deswegen habe ich mir vorgenommen, nicht mehr zu reden. Mit niemandem, denn ich will keinem zur Last fallen.
Vielleicht wäre es wirklich besser, wenn ich mir professionelle Hilfe suche, aber ich habe zu große Angst. Angst davor, dass mich dieser Jemand auslacht und nicht versteht. Davor dass ich kein Wort raus bekomme. Ich kann alles viel besser aufschreiben, als darüber zu reden. Und das mit dem Auslachen hatte ich schon mal. Ich habe jemandem ein Teil erzählt und dann meinte sie, dass das doch voll nicht schlimm sei und ich keinen Grund hätte sterben zu wollen, dass sie mehr Grund hätte. Aber wer sagt, dass ich keinen Grund habe? Sie kennt nur einen Teil. Ein kleines Puzzleteil des großen Bildes.
Jedenfalls was ich sagen will ist, dass ich nicht mehr kann. Dass ich sterben will. Und bereit bin zu gehen. Wer würde mich schon vermissen? Die, bei denen ich gedacht habe, dass sie mich vermissen würden, melden sich ja nicht mal mehr bei mir. Warum? Ich weiß es nicht.
Völlig am Ende. Völlig fertig. Völlig zerstört.
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